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Ecolite AG

This-Priis: Der Arbeitgeber-Award: Ecolite AG

This-Priis: Der Arbeitgeber-Award

Der This-Priis ist der Zürcher Arbeitgeber-Award. Er geht an Unternehmen, die sich für die Integration von Menschen mit gesundheitlichem Handicap engagieren.

Ecolite AG (Gewinnerin 2021)

Nichts ist Fassade, sondern Teil der Firmen-DNA

Es kommt kein Zweifel auf: Geschäfts­führer Samuel Bregenzer ist Unter­nehmer, durch und durch. Der drei­fache Familien­vater steht immer in aller Herr­gotts­früh auf und geht den Tag gedanklich durch. Seine Agenda ist dicht, denn die Ecolite mit Sitz in Wolfhausen möchte weiter­wachsen. Gleich zu Beginn des Gesprächs macht der CEO unmiss­verständlich klar: «Ecolite ist keine soziale Institution, die Unter­stützung von der öffentlichen Hand bekommt, sondern ein privates, gewinn­orientiertes Unternehmen. Soziales Engagement in Ehren, aber was immer wir tun, es muss sich lohnen.»

Mit der Firma auch das Werte­verständnis übergeben
Samuel Bregenzer steht in der Spedition des Familien­unternehmens vor einem Hoch­regal mit fein säuberlich eingeordneten Metall­profilen. Hier wird verpackt, was in der haus­eigenen Produktion her­gestellt wurde. Ecolite hat sich dank der aus­geklügelten Ingenieur­kunst von Vater René Bregenzer auf dem Gebiet der hinter­lüfteten Fassaden­technik im Markt als einer der führenden Anbieter positioniert. Nicht gewachsen, sondern von Anfang an Teil der Firmen-DNA war das soziale Engagement von Ecolite. Im Jahr 2018 hat René Bregenzer die Geschäfts­führung seinem Sohn übergeben, im Wissen, dass dieser fortführt, was er aufgebaut hat. Das Werte­verständnis ist generationen­übergreifend: Wer auf der Sonnen­seite des Lebens steht, sollte im Rahmen der Möglich­keiten benach­teiligten Menschen helfen. Ecolite ist also nicht nur ideen­reich in der Produkte­entwicklung, sondern tüftelt seit der Firmen­gründung im Jahr 2004, wo und wie Menschen mit Handi­cap gewinn­bringend im Unternehmen eingesetzt werden können. «Wir haben Mitarbeitende mit psychischen und körperlichen Problemen. Es gibt auch welche, die aufgrund ihrer Einschränkung begleitend immer auf eine IV-Teilrente angewiesen sein werden», berichtet der Geschäftsführer.

Bild Samuel Bregenzer, Inhaber und CEO der Ecolite AG, Wolfhausen
Samuel Bregenzer, Inhaber und CEO der Ecolite AG, Wolfhausen

Vom Sekundarlehrer zum Unternehmer
Wie der Vater, so der Sohn – das stimmt bezogen auf das Werte­verständnis, nicht aber für den beruflichen Werde­gang. Samuel Bregenzer hat im Jahr 2012 seinen Job als Sekundar­schul­lehrer gekündigt, um den Aufbau des auf­strebenden Familien­unternehmens zu unterstützen. Das Erfolgs­rezept von Ecolite sind individualisierte Systeme zur Aufhängung aller erdenklicher Fassaden­bekleidungen. Das Unternehmen entwickelt und produziert seine Produkte am Standort in Wolfhausen und beliefert damit diverse Fassaden­bau-Spezialisten und Systemhalter. Tausende Quadratmeter Fassaden­flächen werden jedes Jahr mit Ecolite-Unter­konstruktionen realisiert. Was ausgeliefert wird ist Massarbeit, denn die Fassade ist das mass­geschneiderte Kleid eines jeden Gebäudes. Alles muss stimmen, denn es geht um Sicherheit und die Einhaltung sämtlicher Normen. Das Büro-Team in Wolfhausen entwickelt, zeichnet und berechnet. Dazu gehören Ingenieure, Programmierer, Statiker und Zeichner.

«Biss und Willen braucht es»
«Es fängt meist damit an, dass ich denke ‚nicht schon wieder so ein Fall‘, und dann endet es mit einer Fest­anstellung», berichtet Samuel Bregenzer auf dem Rund­gang durch die Firma. Sobald er einen Menschen kenne und seine Geschichte verstehe, denke er darüber nach, wie die Person im Unter­nehmen gewinn­bringend eingesetzt werden könnte. Bringe jemand noch neue, im Unternehmen nicht vorhandene, aber wert­volle Qualifika­tionen mit, gehe der Fächer der Möglichkeiten auf. Der CEO erzählt schnell und mit Begeisterung in der Stimme. Es ist spürbar, wie sehr er sich über jede Erfolgs­geschichte freut, zu der sein Unter­nehmen beitragen kann. Menschen mit Handi­cap, die Biss und Willen zeigten, erhielten bei Ecolite die Chance für den Neu­anfang, andere hätten in seinem Unter­nehmen nichts zu suchen. Und Samuel Bregenzer wählt sorgfältig aus, auch im Interesse der Bewerber­innen und Bewerber. «Wir verbringen mehr Stunden am Tag am Arbeits­platz als zu Hause, und deshalb muss das einfach passen. Die Mitarbeitenden müssen sich wohlfühlen. Sie müssen in ihrer Aufgabe aufgehen und sich damit identifizieren können», so Bregenzer. Und das sei noch lange nicht genug. Er fährt fort: «Auch wer ein Handi­cap hat und bei uns startet, soll sich nicht nur unter Beweis stellen, sondern sich weiter­entwickeln können.»

Auch wer ein Handicap hat, soll sich weiterentwickeln können.

Positive Arbeits­erfahrung für Jugendliche ermöglichen
Eine This-Priis-Geschichte erzählen? Samuel Bregenzer könnte viele erzählen. Da wäre Roger, der vor sieben Jahren über einen Bekannten beim Senior-Chef anklopfte und sich nach einem Burn­out beruflich neu orientieren musste. Vorher hatte er ein Architektur­büro geführt. Seine besondere Fähig­keit, die Ecolite noch nicht hatte – er konnte zeichnen. «Die IV finanzierte ein sechs­monatiges Arbeits­training und übernahm die Kosten, damit er lernte mit den Zeichnungs­programmen umzugehen. Wir haben die Programme gekauft und installiert. Roger ist längst ein fester Bestand­teil des Teams, nicht mehr weg­zu­denken», fasst Bregenzer zusammen. Dass er nicht nur Unternehmer, sondern auch Pädagoge ist, zeigt er mit seinem Engagement für Jugendliche. Ecolite ist Partnerin für das Lift-Projekt, das auf den Berufs­einstieg vorbereitet. Ihm könne man die ‘schwierigen Buben’ schicken, habe er den Projekt­verantwortlichen gesagt. Er wisse, wie er mit ihnen umgehen müsse. Es habe noch nie Probleme gegeben. Er habe grosse Unterstützung vom Team bekommen, es brauche ihn selber gar nicht. Bregenzer weiter: «Etwas Sinn­stiftendes machen, den Team­spirit spüren, dreckige Hände haben und am Abend die Müdigkeit in den Knochen spüren, das ist motivierend für diese Jungs, um sich auf das Thema Berufs­wahl einlassen zu können.»

Als Sekundar­lehrer habe er Noten verteilt. Diese seien Ausdruck für gute Leistung gewesen. Als Unternehmer müsse er Löhne zahlen, er brauche Geld um investieren zu können. Jetzt sei der finanzielle Erfolg die Bestätigung dafür, was Ecolite leiste. Alles, was er tue, müsse sich deshalb am Schluss des Tages auszahlen. Er liebe seinen Job, die Firma und er sei stolz darauf, was man miteinander als Team erreicht habe. Ecolite zähle auf sehr loyale Mitarbeitende, die eine Chance bekommen und sie genützt hätten. Alle hätten sie zum Erfolg von Ecolite beigetragen.

Die Fassadenaufhängungen sind alle massarbeit.

Integration konkret bei der Ecolite AG

Die Ecolite AG beschäftigt 22 Mitarbeitende. Das Unternehmen schult und unterstützt Mitarbeitende im Umgang mit gesundheitlich beeinträchtigten Menschen. Zudem bietet Ecolite im Rahmen des Jugendprojekts LIFT befristete Arbeitseinsätze an für Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Bubikon. Weiter ist die Firma Partnerunternehmen der Werkstätte Lichtblick in Schaffhausen, die als Verein organisiert ist und keine finanzielle staatliche Unterstützung erhält.

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