Gleiche Chancen für alle
Gleichberechtigung sei für die Firma ein Grundrecht, sagt auch Tabea Rinn. «Wir glauben fest daran, dass jeder Mensch ein Talent ist und uns mit seiner Einzigartigkeit besser macht.» Deshalb sei ein gesundheitliches Handicap im Bewerbungsprozess nicht unbedingt ein Nachteil. «Wir suchen Menschen, die zu unserer Firmenkultur passen, unsere Werte teilen und sich für Heimeinrichtung interessieren.» Ein Beispiel dafür ist der junge Mann, der über ein Einstiegsprogramm des Werkheims Uster zu IKEA gekommen ist, und im Sommer 2017 seine Logistikerlehre begonnen hat.
Ist die Einstellung von Mitarbeitenden mit Handicap ein höheres Risiko? «Nein», sagt Ina Rhöös. «Man muss sich aber bewusst sein, dass es am Anfang vielleicht ein wenig mehr Zeit braucht, damit die Eingliederung wirklich erfolgreich ist.» Personalleiterin Tabea Rinn schätzt dabei die SVA Zürich als kompetente Anlaufstelle. «Dort finden wir Rat und Unterstützung.»
Am meisten Erfahrung hat man in Dietlikon mit organisatorischen, baulichen und technischen Anpassungen, damit bisherige Mitarbeitende nach Unfall oder Erkrankung die Stelle nicht verlieren. In der Filiale arbeiten rund 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, mehr als jede und jeder Dritte von ihnen schon seit über zehn Jahren. «In jeder Biografie gibt es Zeiten, in denen man voller Kraft ist, und Zeiten, in denen man mehr Zeit für sich braucht», so Tabea Rinn. Wer schwer erkrankt sei, solle sich nicht auch noch Sorgen um den Arbeitsplatz machen müssen. In Zusammenarbeit mit der Krebsliga habe man schon Workshops durchgeführt zum Thema «Wie kann ich meinen Kollegen unterstützen?». Die Filiale sei Montag bis Samstag jeweils zwölf Stunden geöffnet. «Deshalb sind wir sehr flexibel bei Therapieterminen.» Und nicht nur da: Ein Mitarbeiter mit einer psychischen Erkrankung habe auf Empfehlung des Job Coachs in die Frühschicht wechseln können, weil das besser für ihn sei.