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Max Schweizer AG

This-Priis: Der IV-Arbeitgeber-Award: Max Schweizer AG

This-Priis: Der IV-Arbeitgeber-Award

Der This-Priis zeich­net jähr­lich Unter­nehmen im Kanton Zürich aus, die sich für die beruf­liche Integration von Menschen mit gesund­heitlichen Einschränk­ungen enga­gieren – und das seit 20 Jahren. 

Menschlicher Anstrich

Max Schweizer AG (Finalistin 2026)

Dass die Max Schweizer AG kein ganz normaler Maler­betrieb ist, zeigt sich schon bei der Anfahrt auf den Firmen­sitz an der Ahornstrasse 21 in Zürich-Schwamendingen. Ein plastisches Spritzer-Graffiti in leuchtendem Blau macht die dreistöckige, weisse Fenster­front des Verwaltungs­gebäudes zum Hingucker. Im Treppen­haus zeigen Fotos die Ent­stehung dieses Visuals. Geschäfts­führer Beni Hunziker erklärt lächelnd: «Wegen diesem Logo hat unsere Vorgänger­generation anfangs der 1980er Jahre Mords­ärger mit der Stadt Zürich bekommen.» Besondere Aufmerk­samkeit erregt die Max Schweizer AG jedoch durch den Umgang mit ihrem Personal. Ungewöhnlich grosser Einsatz gilt dem Nachwuchs. Und jenen, denen die Arbeit aufgrund psychischer Heraus­forderungen nicht so leicht von der Hand geht. Echte Spritzer kann man sich hier nicht erlauben.

Beni Hunziker, Geschäftsführer der Max Schweizer AG.
Beni Hunziker, Geschäftsführer der Max Schweizer AG.

Verantwortung für den Nach­wuchs

Wie wert­schätzend sämtliche 40 Lernende aus drei Jahr­gängen behandelt werden, zeigt sich wiederum visuell: an der Wand des Magazins. Wo früh­morgens die Teams ihr Material für die jeweiligen Baustellen auf Wägelchen abholen, ist jeder und jede Einzelne mit Foto, Name und Ausbildungs­ziel zu sehen. Darunter jene fünf, die derzeit durch die SVA Zürich unterstützt werden. Er selbst, erzählt der 43-jährige Beni Hunziker, habe hier mit 16 «als Maler-Stift» begonnen. Längst setzt er alles daran, den umkämpften und zugleich anspruchs­vollen Nachwuchs der heutigen Generation für einen körperlich wie geistig fordernden Job auszubilden.

Im Prüfungs­raum neben dem vollautomatischen Spritzwerk, wo an Decken­schienen hängende Fenster­läden gerade einen neuen Anstrich erhalten, geht es noch um das ursprüngliche Handwerk. Unter anderem müssen die Jung­talente eine fahrbare Übungs­wand mit Tür-Attrappe tapezieren. Bahnen berechnen, zuschneiden, leimen und in der vor­gegebenen Zeit sauber und akkurat anbringen – wer an derartigen anspruchs­vollen Aufgaben im EFZ-Abschluss zu scheitern droht, muss den Betrieb nicht einfach verlassen. Statt­dessen stehen Gespräche mit Karin Mebold und den Ausbildungs­verantwortlichen auf dem Programm. Seit zwölf Jahren kümmert sich die HR-Verantwortliche auch um den ständigen Austausch mit den Lernenden.

Komplexes Gewerbe: Damit bestimmte Gebäude das passende Make-up bekommen, müssen Fachleute Proben des Gemäuers und von alten Farbschichten untersuchen.

Unter anderem koordiniert Karin Mebold Gespräche mit den derzeit vier psychisch besonders heraus­geforderten Lernenden. Bewährt hat sich das Engagement etwa im Fall von Matteo*. Nach einer Vorlehre an einem der fünf Max-Schweizer-Standorte wurde klar, dass der 17-Jährige seine EBA-Lehre nicht schaffen würde. Karin Mebold stellte zusammen mit der Eingliederungsberatung der SVA Zürich einen ausser­gewöhnlichen runden Tisch auf die Beine: Rat hielten – gemeinsam mit ihr und dem Jugendlichen – die Eingliederungs­beraterin und der Job Coach der SVA Zürich, eine Psychologin, der Vormund der Gemeinde, Matteos Götti und der Filial­leiter. Das Ergebnis: Statt, wie im 2. Lehrjahr üblich, mit wechselnden Göttis zusammen­zuarbeiten, durfte Matteo weiterhin mit seinem vertrauten Götti arbeiten. Die Lehre schloss er erfolgreich ab.

Alles steht und fällt mit der Beziehung.

Wegen ihrer verbindenden Art wird Karin Mebold von der «Schweizer-Familie», wie sie sich hier selbst bezeichnen, als die gute Seele wahr­genommen. Wenn sich mal einer der Vor­arbeiter, in Matteos Fall, bei ihr über einen Lernenden beschwert, fordert sie Geduld ein. Sie erklärt: «Hier lernen ja immer alle – auch die Vorgesetzten.» Das Wort von der Schweizer-Familie, sagt Hunziker – für alle hier nur «der Beni» – sei nicht einfach ein Slogan. In jeder Familie werde mal gestritten. Und in dieser hier suche man immer professionell Lösungen. «Alles steht und fällt mit der Beziehung.» Auch Eltern werden einbezogen. Bei einer Lernenden überzeugte Mebold in mehreren Gesprächen Vater und Mutter, dass die Tochter statt in der angestrebten EFZ-Ausbildung besser in der EBA-Ausbildung aufgehoben wäre – mit der Option, eine abgekürzte EFZ Lehre anzuschliessen. Eltern und Tochter, die in der Schule Mobbing-Erfahrungen hatte machen müssen, willigten schliesslich ein. Seither läuft die Arbeit viel entspannter und freud­voller.

Lager und Logistik: Auch die einfachen Arbeiten werden zuverlässig und mit dem erworbenen Wissen um die Materialien erledigt.
Lager und Logistik: Auch die einfachen Arbeiten werden zuverlässig und mit dem erworbenen Wissen um die Materialien erledigt.

Saubere Win-win-Lösungen

Bei aller Sorge für die Jugend – auch die Älteren behält man bei der Max Schweizer AG wohlwollend im Blick. Als im Magazin eine Integrations­stelle vakant blieb, fragte Karin Mebold bei der Personal­vermittlung der SVA Zürich an. Ein Arbeits­versuch mit Noah* an der Seite eines lang­gedienten Mitarbeiters zeigte, dass die beiden gut harmonieren. Nun richtet Noah in Festanstellung unter anderem morgens für die Teams die Wägelchen. Und interessiert sich trotz psychischer Heraus­forderungen sogar für die verantwortungs­volle Aufgabe des Farbenmischens. Umgekehrt sah sich draussen am Bau einer der erfahrenen Gipser durch Multiple Sklerose immer mehr eingeschränkt, bis er vollständig IV-Rente bezog. Karin Mebold sagt: «Psychisch fiel er in ein Loch.» Man behielt ihn in einer 25-Prozent-Anstellung – «für seine Psyche». Als Kopf der Baustelle muss er nun nicht mehr aufs Gerüst, er kann sich nun ganz aufs Koordinieren konzentrieren. Der Betrieb spart sich so den Projektleiter vor Ort. Ein sauberes Win-win.

*Name geändert

Integration konkret bei der Max Schweizer AG

Die Max Schweizer AG ist seit 138 Jahren in der Baubranche tätig und beschäftigt 252 Mitarbeitende. Vom traditionellen Malerbetrieb entwickelte sich das Unternehmen zu einem Komplettanbieter für Sanierungen, Renovationen und Umbauten. Neben handwerklicher Qualität legt der Betrieb grossen Wert auf langfristige Beziehungen und engagiert sich stark für die Integration von Jugendlichen und Mitarbeitenden mit gesundheitlichen Einschränkungen.

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