Jahresbericht 2025 der SVA Zürich

EDITORIAL DES AUFSICHTSRATS

Governance stärken im Wandel

Die geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten der vergangenen
Jahre haben den Handlungsrahmen öffentlicher Institutionen spürbar verändert.
Auch die SVA Zürich steht in einem anspruchsvolleren Umfeld. Das 30-jährige
Bestehen der SVA Zürich im Jahr 2025 war Anlass für eine intensive und
konstruktive Auseinandersetzung mit der Frage, wie die Corporate Governance der
SVA Zürich in einem Umfeld zunehmender Verunsicherung und Komplexität weiter
gestärkt werden kann und muss.

Kontext: Das Jahr 2020 markierte eine Zäsur in der Geschichte. Mit der Pandemie veränderten sich Arbeits­weisen und Erwartungen in kurzer Zeit. Home­office wurde flächen­deckend Realität, digitale Prozesse gewannen an Tempo und Akzeptanz. Ab 2022 beschleunigte sich die technologische Entwicklung erneut. Innovationen in der Informations­technologie folgten in immer kürzeren Intervallen.

 

Auch die Sozial­versicherungen haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Zwischen 2020 und 2024 hat die SVA Zürich elf Gesetzes­revisionen umgesetzt. Dazu gehören der System­wechsel bei der Prämien­verbilligung, die Reform der Ergänzungs­leistungen, die Weiter­entwicklung der IV sowie die AHV-Reform. Der Durchführungs­aufwand im Kern­geschäft der Ausgleichs­kasse hat seit 2020 deutlich zugenommen. Gleich­zeitig verlangt der digitale Wandel Investitionen. Der Aufsichts­rat hat deshalb im Berichts­jahr die schon länger angekündigte Erhöhung der Verwaltungs­kosten­beiträge für die Mitglieder der Ausgleichs­kasse per 1. Januar 2026 entschieden.

 

Der Aufsichts­rat hat im Berichts­jahr zusammen mit der Geschäfts­leitung die Risikolage für die SVA Zürich neu beurteilt. Mit der digitalen Transformation steigt die Komplexität – und mit ihr die strategische Bedeutung der IT für Betriebs­sicherheit, Informations­schutz und Leistungs­fähigkeit der SVA Zürich. Deshalb erfordern die Planung und Umsetzung von IT-Entwicklungs- oder Erneuerungs­projekten eine engere strategische Begleitung auf Aufsichts­ebene. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, hat der Aufsichts­rat seine Organisation gestärkt und per 1. Juli 2025 zwei zusätzliche Kommissionen geschaffen: die Audit- und Risiko­kommission sowie die Technologie- und Innovations­kommission. Die Stärkung der Kommissions­tätigkeit ermöglicht eine vertiefte Auseinander­setzung mit komplexen Themen für fundierte und rasche Entscheide, um die Geschäfts­leitung auf strategischer Ebene best­möglich zu unterstützen.

 

Der Aufsichts­rat ist überzeugt, dass die SVA Zürich die fachliche Kompetenz, engagierte Mitarbeitende sowie die notwendige Veränderungs­freude und -fähigkeit hat, um den Weg der digitalen Transformation erfolgreich zu gehen. Was die SVA Zürich in der Vergangenheit stark gemacht hat, bleibt auch in Zukunft entscheidend: unternehmerisches Denken, Verantwortung und Mut.

Unterschrift von Hans Egloff, Präsident Aufsichtsrat Unterschrift von Hans Egloff, Präsident Aufsichtsrat

Hans Egloff

Präsident Aufsichtsrat

Aufsichtsratspräsident Hans Egloff
Ganzes Editorial lesen Weniger anzeigen

EDITORIAL DER GESCHÄFTSLEITUNG

Digitalisierung als Treiberin der Entwicklung

Sozialversicherungen kunden­orientiert und kosten­effizient durchführen – das ist der Kern des Leistungs­auftrags der SVA Zürich seit ihrer Gründung im Jahr 1995 und das Ziel der Strategie 2028 mit dem Anspruch: besser werden.

Die Technologie war von Beginn an eine wichtige Treiberin der Entwicklung der SVA Zürich. Die frühen 1990er Jahre markierten einen technologischen Wende­punkt. Mit dem Aufkommen der Client-Server-Architektur, leistungs­fähiger Daten­banken und integrierter Fach­systeme mit elektronischem Archiv begann die Digitalisierung administrativer Prozesse.

 

Dieser Umbruch war leise, aber strukturell fundamental – vergleichbar in seiner Tragweite mit dem Innovations­schub seit 2022, als künstliche Intelligenz in der Breite anwendbar wurde. So verändern heute Automatisierung und KI zunehmend Entscheidungs- und Wissens­prozesse.

 

Die Politik im Kanton Zürich erkannte früh, dass Kunden­orientierung und Kosten­effizienz nur dann substanziell gestärkt werden können, wenn Organisation und Technologie gemeinsam entwickelt werden. Mit der Schaffung der SVA Zürich am 1. Januar 1995 wurden die Durch­führungen der AHV, IV und Familien­zulagen zusammen­geführt, Prozesse harmonisiert und Kompetenzen gebündelt. Seit der Gründung sind weitere übertragene Aufgaben wie die Prämien­verbilligung oder die Ergänzungs­leistungen dazu­gekommen. Mit dem Bezug des Neubaus im Jahr 1999 wurde schliesslich eine zentrale Anlauf­stelle für die Anliegen der Kundinnen und Kunden geschaffen.

 

Die Leitfrage blieb über drei Jahrzehnte dieselbe: Wie können wir Kunden­orientierung und Kosten­effizienz fortlaufend verbessern? Die Antwort darauf hat sich allerdings grund­legend verändert. Technologische Innovationen, Digitalisierung, Automatisierung und veränderte gesell­schaftliche Erwartungen haben den Referenz­rahmen verschoben. Kundinnen und Kunden erwarten heute medien­bruch­freie, digitale Services, transparente Prozesse und rasche Entscheidungen. Effizienz wird definiert über Durch­lauf­zeiten, Daten­qualität, Automatisierungs­grad und Inter­operabilität.

 

Mit den technischen Möglichkeiten sind jedoch auch die Anforderungen gestiegen. Der Schutz sensibler Personen­daten, Informations­sicherheit und Cyber­Security haben höchste Priorität.

 

Die Strategie 2028 beschreibt die Hebel, mit denen die SVA Zürich Kunden­orientierung und Kosten­effizienz weiter­entwickeln will. Digitale Transformation braucht mehr als die technische System­erneuerung. Sie bedingt die Bereitschaft, Bestehendes in Frage zu stellen: Organisation, Strukturen, Rollen, Prozesse etc. neu zu denken.

 

Die Technologie war von Beginn an Treiberin der Entwicklung der SVA Zürich. Heute ist sie Voraussetzung für die Erfüllung unseres Leistungs­auftrags. Die Strategie 2028 knüpft an die Gründungs­idee an und übersetzt sie in die Anforderungen der Gegen­wart – für die Stärkung der SVA Zürich als Kompetenz­zentrum für Sozial­versicherungen.

Unterschrift von Hans Egloff, Präsident Aufsichtsrat Unterschrift von Hans Egloff, Präsident Aufsichtsrat

Marc Gysin

Direktor

Aufsichtsratspräsident Hans Egloff
Mehr erfahren Weniger anzeigen
ZAHLENTEIL

Zahlen & Fakten

Ausgewählte Kenn­zahlen und statistische Angaben zum Geschäfts­jahr 2025.

  • 0
Mio.
Beiträge für AHV/IV/EO/ALV
+1,8 % im Vergleich zum Vorjahr
  • 0
Mio.
AHV-Renten
+4,5 % im Vergleich zum Vorjahr
  • 0
Anz.
Mutterschaftsentschädigung
+0,3 % im Vergleich zum Vorjahr
  • 0
Anz.
Ergänzungsleistungen
+6,9 % im Vergleich zum Vorjahr
  • 0
Anz.
IV-Eingliederungsmassnahmen
+6,6 % im Vergleich zum Vorjahr
  • 0
Mio.
Ausbezahlte Familienzulagen
+8,4 % im Vergleich zum Vorjahr

Kontakt

Die SVA Zürich informiert mit dem Jahresbericht über den Geschäftsverlauf. Sie stellt ihre Durchführungsexpertise für den Dialog zur Weiterentwicklung der Sozialversicherungen zur Verfügung.

Fragen zum Jahresbericht
SVA Zürich, Unternehmenskommunikation