Vaterschaftsentschädigung

Vaterschaftsentschädigung

Erwerbstätige Männer haben Anspruch auf 14 Tage bezahlten Vater­schafts­urlaub: am Stück oder tage­weise innert 6 Monaten ab Geburt des Kindes.

Sinn und Zweck

Kurz erklärt

Wer ab 1. Januar 2021 Vater wird und erwerbs­tätig ist, hat unter bestimmten Voraus­setzungen Anspruch auf zwei Wochen Urlaub. Als Entschädigung für den Verdienst­ausfall erhält er maximal 14 Tag­gelder in Höhe von 80 Prozent des durch­schnittlichen AHV-pflichtigen Einkommens vor der Geburt des Kindes, höchstens CHF 196.00 pro Tag.

Die 14 Taggelder können innert 6 Monaten ab Geburt des Kindes bezogen werden, zusammen­hängend oder tage­weise.

Die Anmeldung ist erst möglich, nach­dem alle 14 Urlaubs­tage bezogen worden sind oder nach­dem die 6-monatige Rahmen­frist abgelaufen ist.

Die Mittel für die Vater­schafts­entschädigung stammen aus der Erwerbsersatzordnung (EO).

Wer hat Anspruch?

Voraussetzungen

Vaterschafts­entschädigung erhalten Männer, die bei der Geburt des Kindes eine der folgenden Bedingungen erfüllen. Sie sind:

  • Arbeitnehmer
  • Selbständigerwerbender
  • im Betrieb der Ehe­frau, der Familie oder der Konkubinats­partnerin tätig und erhalten einen Lohn
  • arbeitslos und beziehen ein Tag­geld der Arbeits­losen­versicherung
  • arbeitsunfähig wegen Krank­heit, Unfall oder Invalidität und beziehen deswegen Taggeld­leistungen einer Sozial- oder Privat­versicherung, das auf Basis eines voran­gegangenen Lohnes berechnet wurde
  • in einem Arbeitsverhältnis, erhalten aber keine Lohnfortzahlung oder Taggeldleistung, weil der Anspruch ausgeschöpft ist
  • im Militär-, Zivilschutz- oder Zivildienst und arbeitslos, beziehen aber trotz genügender Beitragsdauer kein Arbeitslosen­taggeld

Der Anspruch entsteht, wenn der Mann bei der Geburt des Kindes der recht­liche Vater ist oder dies innert der folgenden 6 Monate wird. Zudem muss er während der 9 Monate vor der Geburt des Kindes nach AHV-Gesetz obligatorisch versichert und mindestens 5 Monate lang erwerbs­tätig gewesen sein oder eine EO-Entschädigung erhalten haben.

Erwerbstätigkeit in EU- oder EFTA-Staaten

Versicherungs- und Beschäftigungszeiten in EU- oder anderen EFTA-Staaten zählen ebenfalls. Der ausländische Versicherungsträger muss sie mit dem Formular E104 bestätigen.

Entschädigung für arbeitslose Männer

Erhält der Vater bei der Geburt des Kindes Tag­gelder der Arbeitslosen-, Invaliden-, Unfall-, Kranken- oder Militär­versicherung, geht die Vater­schafts­entschädigung diesen vor. Ihre Höhe entspricht dann mindestens dem bisher bezogenen Tag­geld. Dies gilt nicht bei Kranken­taggeld einer Taggeld­versicherung nach Privat­versicherungs­recht VVG.

Leistung

Wie hoch ist die Vaterschaftsentschädigung?

Sie ist ein Tag­geld in Höhe von 80 Prozent des vor der Geburt des Kindes erzielten durch­schnittlichen AHV-pflichtigen Einkommens, höchstens CHF 196.00 pro Tag. Das Maximum ist erreicht bei einem Monats­einkommen von CHF 7'350.00 oder einem Jahres­einkommen von CHF 88'200.00 (jeweils brutto).

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Vaterschaftsentschädigung

Höhe der Entschädigung und Frist für den Bezug der 14 Tage Urlaub ermitteln

Anmeldung

Vorgehen

Väter, die angestellt sind, geben die Anmeldung ihrer Arbeit­geberin oder ihrem Arbeit­geber. Sie oder er schickt das Formular der Ausgleichs­kasse. Selbständig­erwerbende senden die Anmeldung ihrer Ausgleichs­kasse.

Arbeitslose oder arbeits­unfähige Väter lassen die letzte Arbeit­geberin oder den letzten Arbeit­geber die Angaben zu Arbeits­verhältnis und Lohn ausfüllen. Danach tragen sie die übrigen Angaben ein und schicken die voll­ständige Anmeldung zusammen mit den erforder­lichen Beilagen der Aus­gleichs­kasse der letzten Arbeit­geberin oder des letzten Arbeit­gebers.

Der Vaterschafts­urlaub ist zu beziehen innert 6 Monaten nach der Geburt des Kindes. Die Anmeldung zur Entschädigung ist möglich bis spätestens 5 Jahre nach Ende dieser 6-monatigen Rahmen­frist. Danach erlischt der Anspruch auf Entschädigung.

Auszahlung

Die Entschädigung wird nachschüssig ausgezahlt nach Bezug des letzten Urlaubs­tages. Sie geht an die Arbeit­gebenden, wenn der Vater während der Urlaubs­tage weiterhin den Lohn erhalten hat.

In folgenden Fällen kann der Vater verlangen, dass die Ausgleichs­kasse die Entschädigung ihm auszahlt:

  • Arbeitgeberin oder Arbeit­geber soll keinen Einblick erhalten in andere Anstellung oder Erwerbs­tätigkeit.
  • Meinungs­verschieden­heiten mit Arbeit­geberin oder Arbeit­geber
  • Arbeitgeberin oder Arbeit­geber ist zahlungs­unfähig oder mit der Lohn­zahlung im Rück­stand.

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