Mutterschaftsentschädigung

Mutterschaftsentschädigung

Erwerbstätige Frauen haben Anspruch auf 14 Wochen bezahlten Mutterschafts­urlaub, die Mutterschafts­entschädigung (MSE).  

Sinn und Zweck

Kurz erklärt

In der Schweiz erhalten erwerbstätige Frauen während den ersten 14 Wochen oder 98 Tagen ab dem Tag der Geburt des Kindes eine Mutterschafts­entschädigung. Diese entspricht 80 Prozent des früheren Erwerbs­einkommens, höchstens aber CHF 196.00 pro Tag. Das Maximum ist erreicht bei einem Monats­einkommen von CHF 7'350.00 oder einem Jahres­einkommen von CHF 88'200.00. Nimmt die Mutter die Arbeit früher wieder auf, endet der Anspruch vorzeitig.

Die Mittel für die Mutterschafts­entschädigung stammen aus der Erwerbs­ersatzordnung (EO)

Verlängerung des Mutter­schafts­urlaubs bei Spital­aufenthalt des Kindes

Muss das Kind nach der Geburt für mindestens 14 Tage im Spital bleiben, verlängert sich der Anspruch auf Mutter­schafts­entschädigung so lange, wie der Spitalaufenthalt dauert, längstens um 56 Tage. Voraus­setzung für die Verlängerung ist, dass die Mutter nach dem Mutter­schafts­urlaub wieder erwerbs­tätig ist.

Anspruch auf diese Verlängerung haben auch Mütter, die Leistungen der Arbeits­losen­versicherung beziehen. Dafür müssen zwei Bedingungen erfüllt sein:

  • Die Taggelder sind bis zur Geburt nicht ausgeschöpft.
  • Und zur Zeit der Geburt ist noch eine Rahmenfrist offen.

Wer hat Anspruch?

Voraus­setzungen

Eine Mutterschafts­entschädigung erhalten Frauen, die bei der Geburt ihres Kindes eine der folgenden Bedingungen erfüllen. Sie sind:

  • Arbeitnehmerin
  • Selbständig­erwerbende
  • im Betrieb des Ehe­mannes, der Familie oder des Konkubinats­partners tätig und erhalten einen Lohn
  • arbeitslos und beziehen bis zur Geburt des Kindes von der Arbeitslosen­versicherung ein Tag­geld oder erfüllen die Anspruchs­voraussetzungen dafür
  • arbeits­unfähig aufgrund von Krankheit, Invalidität oder Unfall, aber erfüllen eine der obigen Bedingungen

Der Anspruch entsteht, wenn die Frau während der neun Monate vor der Geburt des Kindes nach AHV-Gesetz obligatorisch versichert und mindestens fünf Monate lang erwerbstätig war.

Erwerbstätigkeit in EU- oder EFTA-Staaten

Versicherungs- und Beschäftigungs­zeiten in EU- oder EFTA-Staaten werden ebenfalls berücksichtigt. Dies muss vom ausländischen Versicherungs­träger mit dem Formular E104 bestätigt werden. 

Entschädigung für arbeitslose Frauen

Erhält die Mutter bis zum Zeit­punkt der Geburt Tag­gelder der Arbeitslosen-, Invaliden-, Unfall- oder Militär­versicherung, hat sie Anspruch auf Mutterschafts­entschädigung. Diese entspricht mindestens dem bisherigen Tag­geld.  

Leistung

Wie hoch ist die Mutterschafts­entschädigung?

Grundlage für die Berechnung der Mutterschafts­entschädigung bildet das letzte vor der Geburt erzielte AHV-pflichtige Einkommen. Ist dieses Einkommen unregelmässig (Stunden­lohn), wird der Durchschnitt der letzten zwölf Monate berechnet. Berücksichtigt werden der 13. Monatslohn, Bonus und Zulagen (etwa für Nacht­dienst). Die Entschädigung beträgt 80 Prozent des Lohns, maximal aber CHF 196.00 pro Tag.   

Anmeldung

Vorgehen

Mütter, die angestellt sind, geben die Anmeldung ihrer Arbeit­geberin oder ihrem Arbeit­geber ab. Sie oder er schickt das Formular der Ausgleichs­kasse. Ist die Mutter selbständig, sendet sie das ausgefüllte Formular direkt ihrer zuständigen Ausgleichs­kasse. Wenn die Mutter selbständig und gleichzeitig Arbeit­nehmerin ist, sendet sie die Anmeldung an die Ausgleichs­kasse, bei der sie als Selbständig­erwerbende angeschlossen ist.

Arbeitslose oder arbeits­unfähige Mütter lassen die Anmeldung von ihrer letzten Arbeit­geber oder ihrem letzten Arbeit­geber ausfüllen und schicken diese zusammen mit den Kopien der Tag­geld­abrechnungen der Ausgleichs­kasse der letzten Arbeit­geberin oder des letzten Arbeit­gebers.

Die Anmeldung für eine Mutterschafts­entschädigung kann bis 5 Jahre nach der Geburt des Kindes eingereicht werden. Nach dieser Frist erlischt der Anspruch.     

Auszahlung

Die Entschädigung geht an die Arbeit­gebenden, wenn die Mutter während des Mutterschafts­urlaubs weiterhin Lohn erhält. Hat die Mutter aber Meinungs­verschieden­heiten mit ihrer Arbeit­geberin oder ihrem Arbeit­geber oder eine zahlungsunfähige Arbeit­geberin, einen zahlungsunfähigen Arbeit­geber, so kann sie die Auszahlung direkt von der Ausgleichs­kasse erhalten. 

Wenn die Mutter selbständig­erwerbend oder arbeitslos ist, zahlt die Ausgleichs­kasse die Entschädigung direkt der Mutter. 

Die Auszahlung der Mutterschafts­entschädigung erfolgt jeweils anfangs des Folge­monats. Beträgt die Entschädigung weniger als CHF 200 pro Monat, wird sie am Ende des Mutterschafts­urlaubs ausbezahlt.  

Weitere Informationen

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